Sebastian Bieniek (B1EN1EK) im RBB bei Kowalski & Schmidt, 2017.

So 26.02.2017 | 18:32 | Kowalski & Schmidt

 

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Konzeptkünstler Bieniek zur Ambivalenz

Ambivalenz ist das Nebeneinander von gegensätzlichen z.B. Gedanken oder Gefühlen. Wer kennt das nicht!? Kann man solche Gegensätze verbinden? Wenn ja, was ist dabei das Dritte, ist es das Ganze? Der deutsche und polnische Künstler Sebastian Bieniek hat sich diese Dialektik zum Thema gemacht.

Er ist Konzeptkünstler, Autor, Regisseur, Fotograf und Maler.

Was Sebastian Bieniek macht, passt in keine Schublade.

Seine jüngsten Serien nennt er Doublefaced,  Polarized  oder Duplicato. Die Bilder haben, wie die Namen schon sagen, das Multiple der dargestellten Menschen zum Thema.

Mit ganz einfachen Mitteln kreiert er komische, irritierende Bilder, … surrealistisch anmutende Persönlichkeiten.

Sebastian Bieniek:

Ich sehe auf jeden Fall auch den Künstler in der Tradition eines Hofnarren unter anderem, auch in der Tradition eines Schamanen. Beide, egal ob der Schamane oder der Hofnarr, sind Figuren die zwischen zwei Welten leben. Deshalb was der Schamane  sagt muss nicht unbedingt eine Geltung hier haben  und deshalb darf er bestimmte Sachen sagen, die andere nicht sagen dürfen.  Da der Künstler in dieser Tradition steht, hat er auch die Freiheit Sachen zu sagen, die anderen nicht sagen dürfen.

Für Sebastian Bieniek ist die Idee hinter seiner Kunst wichtiger als die perfekte handwerkliche Umsetzung.

Sebastian Bieniek:

Letztendlich versucht ein Künstler nichts anderes als sein Inneres nach außen  zu stülpen, seine innere Welt nach außen sichtbar zu machen. Man kann durchaus sagen, dass ich meine innere Welt nach außen stülpen will.

Bienek's Kunst lebt von einem scheinbaren Bruch der Regeln, von der Verwirrung, die daraus entstehen kann.

Sebastian Bieniek:

Es ist schon ein Thema meiner Arbeit, die Ambivalenz zwischen den Dingen.  Es ist notwendig den Betrachtungsstandpunkt zu wechseln, weil die Dinge nun von einem bestimmten Standpunkt so aussehen wie sie sehen und von anderem und einen anderen Standpunkt sehen sie eben anders aus.

Sebastian Bieniek:

Mir gefällt das Bild doch nicht - kriegt ihr nicht zu sehen.

Sebastian Bieniek:

Für mich ist es auch eine innere Notwendigkeit. Ich brauche es, ein Gesamtbild zu haben, um beruhigt zu werden, ich brauche das wirklich wie so eine Beruhigung. Es Löst ein Chaos in mir aus, wenn ich weiß, dass das was ich zu begreifen versuche von einer anderen Seite ganz anders begriffen werden kann. Das ist eine Unvereinbarkeit, ein Paradox und dieses Paradox löst Stress aus. Deshalb versuche ich es von mehreren Seiten zu fassen zu bekommen - ich versuche die Ganzheit  zu erfassen.

Autorin Joanna Ratajczak

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© Sebastian Bieniek