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"Mein Freund Hr. Winker von der Deutschen Bank", Sebastian Bieniek 2013

Performance vor der Deutschen Bank Kunsthalle. Während der Aktion "Macht Kunst".

Der Hintergrund:

Im Kampf um preisgünstige Aufmerksamkeit und um den Ruf eines wohltätigen Mäzens bekamen Anfang des Jahres 2013 die Macher von der Deutschen Bank eine Idee.

 

Sie lautete all den abertausenden von arbeitslosen berliner Künstlern mal für einen einzigen Tag die die Tore zu öffnen. Alleine schon der Gedanke, dass diese an sich Selbstverständlichkeit einen Besonderheitsstatus habe sollte schon zum Nachdenken anregen.

Wie dem auch sei, die Deutsche Bank zeigte sich so genädig den Berliner Künstler für einen Tag bei sich ausstellen zu lassen und sich damit als eine Heldin zu feiern.

Das Prozedere des Werbegags zur Eröffnung der Deutsche Bank Kunsthalle in Berlin lautete: Jeder darf mal für einen Tag in der Deutsche Bank Kunsthalle sein Kunstwerk zeigen und darüber hinaus bekommen zwei bis drei Auserwählte einen Preis in Höhe von 500 €.

Während der Ausstellung lässt man dann noch einmal zur Kasse bitten und sich den Eintritt mit 12 € Kopfgeld versüßen.

Eine Aktion deren Genialität nur noch durch die Menschenverachtung, der ihr zugrunde liegt übertroffen wird.

Werbebanner der Deutschen Bank zu der Aktion "Macht Kunst" vor der Deutsche Bank Kunsthalle, April 2013.

Vorbereitung:

Die Aktion vor Ort:

Als Sebastian Bieniek mit seinem "Vogelschiss auf 4 quadratmeter Gold" Gemälde vor der Deutschen Bank Kunsthalle auftaucht stört er das Bild. Die Deutsche Bank versucht zunächst mit Hilfe der Sicherheitsleute, dann des Kunstbeautragten und schließlich des Pressesprechers Sebastian Bieniek loszuwerden. Aber Sebastian Bieniek lässt sich nicht verscheuchen. Statt dessen ruft er in die Menge der Menschen, die bereits die ganze Nacht in der Kälte und unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren "Sie sollen Nachhause gehen, denn er habe bereits den Wettbwerb der Deutschen Bank Kunsthalle gewonnen. Es gebe demnach nichts mehr zu holen. Ihr warten wäre umsonst".

Video Dokumention der Auktion:

Pressestimmen:

Art in Berlin, online magazine:

"Wie zu erwarten war, stieß die „Macht Kunst“ Aktion der Deutschen Bank, die der Prolog zur eigentlichen Eröffnung der neuen Kunsthalle war, auf geteilte Meinung innerhalb der Kunstszene. Die einen verteufelten die Aktion als Versklavung und Erniedrigung der Künstlerschaft, andere sahen Kunst in diesem Kontext generell in Frage gestellt und wieder andere freuten sich über die unverhoffte Möglichkeit, eines ihrer Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Und schließlich gab es noch solche, wie den Künstler Sebastian Bieniek, der clever, witzig und ironisch mit einer Performance vor den Türen der zukünftigen Kunsthalle sowohl die Schlange der Kunstbegeisterten als auch die Verantwortlichen der Deutschen Bank provozierte und somit die gesamte Veranstaltung persiflierte."

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Berliner Kurier:

"Nur ein einsamer Künstler steht abseits der Mega-Schlange und hat sich mit seinem Werk „Vogelschiss auf 4 Quadratmeter Gold“ neben der Einlasstür postiert. „Diese Aktion ist doch bloß billige Publicity. So viele Bilder auf einem Haufen ergibt doch nur Matsch“, sagt Sebastian Bieniek (37)."

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Reykjavik Boulevard

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© Sebastian Bieniek