"Silvester Home Run", ein Kurziflm von Sebastian Bieniek, 2006

Kurzfilm, Deutschland, Fertigstellung 2008. Gedreht 2006. 13 Min. 30 Sec. Super 16. Dolby SR. 

Film-Stills und Filmplakat:

Prädikat besonders wertvoll der Filmbewertungsstelle Wiesbaden.

Begründung der Jury:


Die Widerstand in bürgerlichen Familien, über eigene Probleme zu sprechen, war zwar schon häufiger Thema in Filmen. Selten jedoch ist diese Sprachlosigkeit so komprimiert und in ihren Andeutungen so geschickt verflochten worden wie in Silvester Home Run.

Der Sohn ist homosexuell und will seinen Freund den Eltern vorstellen. Einen Konflikt hat er mit seinem strengen Vater alter Schule, einem vermeintlich erfolgreichen Architekten, für den es schon eine Provokation ist, dass der Sohn sein „schrottiges“ Studentenauto vor das Haus stellt – wegen der Nachbarn. Der gibt ihm den Autoschlüssel und schließlich fährt die Mutter den Wagen hinter das Haus. Sie plaudert mit seinem Freund über Schauspielerei und Mailand, auch ohne das eigentlich wichtige Thema anzusprechen.

Der Film arbeitet perfekt mit Gesten und Mimik und hat eine ausgefeilte Dramaturgie. So baut sich ein unbehagliches Gefühl auf, das sich durch die Steigerung der Konflikte bis hin zu einem Selbstmordversuch des Vaters steigert und seinem Geständnis, im Beruf Fehler gemacht zu haben. Der Sohn reagiert ebenfalls mit Verdrängung.

Sebastian Bieniek zeigt mit diesem Film viel Talent, wobei der Film für einige Zuschauer zu komplex und schwer durchschaubar sein könnte. Nicht alle werden die köstlichen Filmzitate (E.T.) erkennen.

Die Bilder in Schwarzweiß erinnern vielleicht nicht von ungefähr an die Anfänge deutscher Autorenfilmer.

Cast:

Hannes Wegener, Michael Kausch,Lennie Burmeister und Sabine Wegner    

Crew:

Regie und Drehbuch: Sebastian Bieniek
Regie-Assistenz: Nicolai Zeitler
Kamera: Manuel KinzerKamerassistenz: Nils Linscheidt
Materialassistenz: Elisa-Christin Knüpfer
Steadycam-operator: Matthias Biber
Storyboard: Anneke Gerloff
Tonmeister: Robert Draber und Matthias Richter
Tonassistenz: Hunor Schausclitz
Sounddesign: Karsten Höfer
Ton-Mischung: Alex Leser
Szenenbild: Kerstin Eichner
Kostümbild: Nathalie Neusüß
Maske: Stefanie Kinzel und Pauline Späte
Oberbeleuchter: Pit Holleber, Mark Krishna Warnecke
Beleuchter: Jonas Schmager
Kamerabühne: Simon Menges und Jonathan Beier      

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© Sebastian Bieniek